Philosophie und Leadership
von Joachim Jakob
Hier ein interessanter Essay-Auszug einer Hinterfragung
des sog. “Begründers“ unseres Wirtschaftssystems.
…Als Mitglied der schottischen Aufklärung des 18.
Jahrhunderts, wird Adam Smiths (1723 1790) berühmte
Nationalökonomie häufig als Richtschnur für das heutige
Wirtschaftssystem verstanden, wie es
in den meisten “entwickelten“ Staaten
vorzufinden ist.
Die Frage stellt sich, ob er das aktuelle
System heute noch gutheißen, oder als
das Geeignetste betrachten würde?
Nicht so bekannt ist, dass Adam Smith
vor allem Moralphilosoph war, der mit
seinem Werk “Theorie der ethischen Gefühle“ (The Theory
of Moral Sentiments) den Menschen als soziales,
mitfühlendes Wesen charakterisiert und dass Eigennutz,
niemals zum Nachteil Anderer führen soll.
Wendet man diesen - seinen Grundsatz - allein nur auf die
Klimakrise an, lässt sich feststellen, dass das aktuelle
wirtschaftliche Wachstum eindeutig auf Kosten der
Umwelt, und somit auf Kosten aller Lebewesen generiert
wird, oder ein unethisches Unterfangen par excellence
darstellt…
…Frappierend ist, dass Adam Smith den Begriff eines
angeborenen unparteiischen inneren Beobachters (UB) im
Menschen postulierte - einer ethischen Instanz - die all sein
Handeln beurteilt. Er erklärt, dass Moral die Regeln des
Göttlichen widerspiegelt und der UB nach dem Ebenbild
Gottes geschaffen ist, also diese göttlichen Regeln in den
Menschen hineingepflanzt und nicht etwa von der
Gesellschaft hineinerzogen sind.
Es ist erstaunlich welche Ähnlichkeiten Adam Smiths
Konzept eines UB mit der Spiritualität aufweist, wie sie
beispielsweise in der indischen Kultur zu finden ist. Der UB
entspricht dabei dem indischen Chakra-System, das die
verschiedenen Facetten der Ethik widerspiegelt, die zu
manifestieren sind auf dem Weg einer Höherentwicklung
des Menschsein - angetrieben vom Impuls seiner
inhärenten Evolutionskraft, genannt Kundalini, die
wiederum Repräsentation der universalen Schöpferkraft
ist.